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Jetzt sind schon sechs Monate meines FÖJ vergangen und ich muss sagen, die Zeit ist wirklich schnell verflogen. Ich kann mich noch so gut an meinen ersten Tag erinnern. Aber lasst mich ganz von vorne beginnen.

 

Nach meinem Abi wusste ich nicht, was ich machen sollte. Bis meine Cousine von ihrem FSJ erzählte, kannte ich die Freiwilligendienste noch nicht. Nachdem ich mich über diese informiert habe, stand fest, dass ein FÖJ das Passende für mich ist. Sobald es ging, habe ich mich auf drei verschiedene Stellen beworben. Ich war zu je einem Vorstellungsgespräch beim Parkfriedhof in Niebüll und dem Botanischen Garten in Kiel eingeladen, wurde allerdings bei beiden Einsatzstellen abgelehnt und habe fast die Hoffnung aufgegeben, noch einen Platz zu bekommen. Trotz dessen habe ich mich auch für das Nachrückverfahren beworben. Zuerst war ich zu einem Gespräch im Erlebniswald Trappenkamp eingeladen. Die Aufgaben klangen interessant. Mein zweites Gespräch war im Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein (BNUR). Schon im Bewerbungsgespräch stand für beide Seiten fest, dass ich sehr gut zu diesem Team passen würde. Für diese Stelle habe ich mich nach kurzem In-mich-gehen entschieden.

 

Im BNUR befinden sich drei ÖFD Stellen. Zwei davon sind FÖJ Stellen. Eine gehört zum BNUR und die zweite, meine Einsatzstelle, zum Verein Zukunftsfähiges Schleswig-Holstein. Die letzte ÖFD Stelle gehört dem ÖBFD. An unserem ersten Arbeitstag lernten der ÖBFDler und ich uns kennen. Die FÖJlerin vom BNUR war in den ersten zwei Wochen leider krank. Wir wurden von den Teammitgliedern sehr freundlich begrüßt. Schon in der ersten Woche, während uns die Räumlichkeiten des BNUR gezeigt wurden, begann sich unsere ToDo-Liste zu füllen. Die meisten Punkte bestanden darin, das BNUR aufzuräumen. Obwohl sehr viel zu sortieren war, sind der ÖBFDler und ich in den ersten zwei Wochen damit fertig geworden. Dann kam endlich die FÖJlerin. Wir haben uns seit dem ersten Tag alle sehr gut verstanden. Nach und nach starteten die Seminare nach der Sommerpause wieder. Wir drei waren zum Beispiel bei der Brennesselwerkstatt anwesend. Des Weiteren durften wir auch andere Seminare, zum Beispiel die Prüfung der Akademie für Artenkenntnis, ein Seminar zum Umgang mit demenzkranken Personen und viele andere betreuen. Unter anderem gehört es zu unseren Aufgaben, die Teilnehmerunterlagen auszulegen und die Besucherinnen und Besucher zu empfangen. Extra erwähnen möchte ich noch die Jubiläumsfeier meiner Einsatzstelle, dem Verein Zukunftsfähiges Schleswig-Holstein. Für uns ÖFDler gab es an dem Abend einiges zu tun. Wir halfen mit, den Seminarraum einzudecken, Roll-Ups aufzustellen und Tische zu verrücken. Die Veranstaltung begann mit vielen netten Reden und einem sehr interessanten Vortrag. Dann wurde sehr lecker gegessen. Um 23 Uhr war die Feier vorbei und mein ÖBFD Kollege und ich machten uns mit dem Fahrrad auf den Nachhauseweg. Zuhause angekommen hieß es dann ab ins Bett, denn am nächsten Morgen musste ich bereits wieder um 7 Uhr im BNUR sein.

 

Auch der Naturschutztag verdient sein eigenes Kapitel. Am 10.11.2022 fand der Naturschutztag in den Holstenhallen in Neumünster statt. Die Vorbereitung allerdings begann schon eine Woche früher. Je näher der Tag rückte, desto angespannter wurde die Stimmung. Es sollte ja alle wie am Schnürchen laufen. Die wichtigste Aufgabe, das Packen der benötigten Messeutensilien, wurde den ÖFDler und den ROSAs überlassen. Darunter fielen zum Beispiel Roll-Ups, Messekoffer, Stehtische, diverser Bürokram und Duni Tischdecken. Auch die passende Kleidung durfte nicht fehlen. Ich musste mir extra noch ein grünes Polohemd besorgen. Am Vortag wurde dann endlich aufgebaut. Man kam schon ins Gespräch mit anderen Bekannten und lernte sich besser kennen. Am Tag selbst wurden 728 Teilnehmende erwartet. Da die Personen immer in größeren Pulks kamen, wurde es für uns temporär stressig. In Sekundenschnelle mussten wir den Ankommenden ihre Unterlagen, die im Vorwege von uns ÖFDlern und ROSAs gefaltet wurden, aushändigen, um einen großen Rückstau zu vermeiden. Während der Veranstaltung hörten wir diverse Vorträge und Reden. Abgerundet wurde die Messe mit einem Buffet. Der einzige Wermutstropfen daran war, dass viel übrig gebliebenes Essen weggeworfen werden musste. Alles in Allem war die Veranstaltung sehr interessant und ein einmaliges Erlebnis für mich. Wir helfen aber nicht nur bei den Seminaren des BNUR. Auch RENN.nord braucht unsere Hilfe, zum Beispiel beim NØRDEN-Festival.

 

Je nach Jahreszeit oder aktuell laufendem Projekt bestücken wir Freiwilligen ein Regal im Foyer des LLURs (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) passend mit Utensilien. Mit unserer ersten Präsentation stellten wir mein Projekt von dem FSJ-FÖJ Tandem in Ricklingen und eine Herbstdekoration aus. Bei diesem Tandem stellten wir FÖJler den FSJlern ein Projekt, das wir entwickelten, vor. Ich stellte Solarkocher vor, welche letztendlich auch im Regal ausgestelltwurden. Im Moment können sich die Mitarbeitenden des LLURs und BNURs, wie jedes Jahr, den Adventskalender ansehen.

 

Allerdings steht auch immer wieder Büroarbeit an. Wir verschicken häufiger mal Flyer oder Briefe an unterschiedliche Gruppen. Auch die digitale Auswertung der Bewertungsbögen, die von Teilnehmenden der Seminare ausgefüllt werden, ist unsere Aufgabe. Bis jetzt kann ich sagen, dass mir die Stelle sehr gut gefällt und meine Erwartungen völlig übertroffen werden. Ich erwartete viele Kindergartenprojekte, eigene Projekte, die ich durchführen darf und eine eher eintönige Arbeit. Kindergartenprojekte haben wir noch nicht durchgeführt, da wir eher wenig Zeit für die Planung hatten. Viele Projekte, die wir im Moment durchführen, werden in der Einsatzstellenbeschreibung nicht erwähnt. Durch die vielen verschiedenen Projekte ist die Arbeit im BNUR sehr abwechslungsreich, weshalb es mir sehr viel Spaß bereitet, dort zu arbeiten.

 

Es gibt sowohl interessante, als auch weniger interessante Arbeitstage in meiner Einsatzstelle. Wenn wir viele Projekte, wie zum Beispiel Aufräumen in die Tat umsetzen, kann ich eigene Initiative ergreifen. Das gestaltet dann einen interessanten Arbeitstag. Weniger interessant ist ein Arbeitstag, an dem wir nichts Spezielles zu tun haben. Wir arbeiten im BNUR auch an größeren Projekten. Zu diesen gehörte in der Vorweihnachtszeit der Adventskalender. Jeden Tag gestalteten wir mit unseren eigenen kreativen Ideen ein Fach. Ich habe unter anderem für den 2.12. einen kleinen Schweinswal aus Pappe gebastelt. Dies hat fast 5 Stunden gedauert. Trotz des Aufwandes hat sich meiner Meinung nach der Adventskalender total gelohnt. Das merkte ich auch daran, dass jeden Tag mindestens 20 Leute bei dem täglichen Kalendertürchen öffnen anwesend waren.

 

Eine weitere große Aufgabe ist das Projekt mit den FÖJlern von der Stiftung Naturschutz und dem Heimatbund. Zusammen haben wir ein Projekt entwickelt, welches wir im Sommer an Grundschulen durchführen wollen. Bis jetzt sind wir noch in der Planungsphase, haben aber schon eine generelle Idee entwickelt. Wir wollen zusammen mit je einer dritten oder vierten Klasse von sechs Grundschulen mithilfe eines Solarkochers kochen. Dazu bringen wir den Kindern erst ein wenig Theorie zu Solarkochern bei und kochen letzten Endes mit ihnen zusammen.

 

Nicht nur mit den anderen FÖJlern führen wir Projekte an Schulen durch. Wir drei vom BNUR gestalten auch Projekte für Kitas. Allerdings ist im Moment noch nichts geplant, da wir in letzter Zeit mit vielen anderen kleinen Aufgaben beschäftigt waren. Für ein Kitaprojekt habe ich mich am 14.01.23 bereits mit einer alten Klassenkameradin zusammen getan, welche praktischerweise ein FSJ an einer Kieler Kita absolviert. Ich werde mein Projekt in ihrer Gruppe vorstellen.

 

Des Weiteren haben wir auch noch zwei Langzeitprojekte. Unsere BNUR-Bibliothek ist eines davon. Unsere Aufgabe in dieser ist es, in das Chaos wieder Ordnung zu bringen. Dazu müssen ungefähr 1500 Bücher wieder neu inventarisiert bzw. aussortiert werden. Unser zweites Langzeitprojekt ist unser Innenhof. Auch dieser wurde ein paar Jahre nicht mehr gepflegt. Aus diesem Grund versuchen wir FÖJler ihn wieder begehbar zu gestalten.

 

Unser Büro ist sehr gut ausgestattet. Wir drei FÖJler sitzen in diesem und können uns ungestört unterhalten. Jeder von uns hat einen eigenen Computer mit einem Bildschirm. Wir haben auch die Möglichkeit, uns einen Seminarlaptop auszuleihen. Es steht auch genügend Bastelmaterial für unsere Projekte zur Verfügung. Wenn es aber um die Auswertung der Bewertungsbögen der Seminare geht, müssen wir einen Laptop nutzen, welcher mit Windows 7 läuft. Es ist immer wieder amüsant, wenn nach dem 2 minütigen Hochfahren des Laptops erstmals diese eine Fehlermeldung aufploppt. Das Windowsbetriebssystem ist nämlich so alt, dass es von sich selbst denkt, es sei eine Fälschung. Zur Auswertung nutzen wir das Programm Approach, welches sein letztes Update 2002 bekommen hat. Aus diesem Grund hängt es sich manchmal einfach auf und man muss dieses neu starten. Unsere Leiterin versucht schon seit Jahren, Approach abzuschaffen. Da wir aber an Dataport gebunden sind, ist es nicht so einfach.

 

Alle FÖJler haben im FÖJ-Jahr 5 Seminare, die der Koppelsberg leitet. Jede Seminargruppe hat diese Seminare zu unterschiedlichen Zeiten und Orten. Nur die letzten beiden Seminare, das Segelseminar und das Abschlussseminar, sind mit FÖJlern an den selben Orten, zur selben Zeit. Ich persönlich finde die Seminare manchmal etwas langatmig, die Inhalte aber trotzdem sehr spannend. Die Themenblöcke werden manchmal leider etwas sehr in die Länge gezogen, was dazu führt, dass der eigentliche Zeitplan gar nicht eingehalten werden kann und deshalb andere Vorhaben gekürzt werden müssen, oder sehr hastig abgearbeitet werden. Das alles nimmt ein wenig die Freude am Seminar. Von den Seminaren nehme ich allerdings sehr viele positive Sachen mit. Zum Beispiel habe ich gelernt, dass die unterschiedlichen Nachhaltigkeitssiegel nicht so nachhaltig sind, wie gedacht. Auch die Rezepte der Gerichte auf den Seminaren werden bei mir zuhause immer wieder gekocht. Meine Familie und ich haben aus diesem Grund auch endlich ein einfaches und schnelles veganes Chili Gericht kennengelernt. Selbst mein Vater ist von diesem Chili begeistert.

 

Unsere fachliche und persönliche Betreuung in der Einsatzstelle ist sehr kompetent. Uns wird jeder Zeit zugehört, wenn wir Hilfe brauchen. Für andere Mitarbeitende des BNUR sind wir aber auch Ansprechpersonen, wenn sie Hilfe brauchen, zum Beispiel beim Eintüten von Briefen. Einmal im Monat treffen wir FÖJler uns mit unserer persönlichen Betreuerin. Wir tauschen bei den Treffen Neuigkeiten aus und sprechen über mögliche Probleme, die wir haben und über Termine, die noch anstehen.

 

Ich habe im BNUR auch genügend, fast gleichaltrige, Ansprechpartner und Freunde gefunden. Ich unterhalte mich regelmäßig mit unseren Regierungsobersekrätarsanwärter (ROSA) und natürlich auch mit meinen ÖFD-Kollegen. Auch privat treffen wir uns und kochen gemeinsam. Während des FÖJs kann ich zuhause wohnen bleiben, da meine Einsatzstelle relativ gut mit dem Bus zu erreichen ist. Mit meinem Gehalt komme ich gut zurecht, weil ich kaum Ausgaben habe.

 

Das Bewerbungsverfahren in Schleswig-Holstein gefällt mir gut, da es mich für das Bewerbungsverfahren im späteren Berufsleben trainiert. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für das FÖJ wurden ausführlich in den Seminaren besprochen und jederzeit eingehalten.

 

Mit Bildern gibt es den Zwischenbericht hier.

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